Die Krippeneingewöhnung

Schaut mal, was ich gefunden habe! Vor gut zwei Jahren habe ich diesen Beitrag geschrieben, aber nie veröffentlicht… Wird Zeit 😉

Mama und Sohn
L kommt in die Krippe. Was für eine aufregende Zeit. Aber auch etwas beunruhigend, zumindest für mich.
Ich habe grundsätzlich ein Problem damit anderen Menschen zu vertrauen. Schlimmer wird es, wenn ich mitbekomme, dass in meiner Anwesenheit mit Kindern grob umgegangen wird. Was passiert dann erst, wenn ich nicht da bin? Und was passiert erst, wenn sich ein Kind mal so richtig daneben benimmt?
Man hört so viele böse Geschichten und ich beobachte die Erzieher natürlich sehr genau. Jede Muskelregung, jeder Tonabfall wird aufgenommen, multipliziert, gar potenziert. Ich vertraue diesen Damen nicht – kein Stück!
Hinzu kommt das schlechte Gewissen mein Kind abzugeben, obwohl kein Bedarf besteht, denn meine alte Arbeit kann ich nicht wieder aufnehmen. Eigentlich kann ich also ein weiteres Jahr zu Hause bleiben und mich selbst um meinen Sohn kümmern. Bringt es mir Geld ein? Nein. Wird es gesellschaftlich anerkannt? Auch nicht. Egal, es hat ihm bisher sehr gut getan.

Krippeneingewöhnung
Ringsum wird behauptet, dass Kinder, die in einer Krippe sind, sich besser entwickeln, schneller sprechen lernen, später besser lesen… Mein Sohn spricht noch nicht gut, wird aber bilingual erzogen. Was den Rest seiner Entwicklung angeht, erkenne ich keine Unterschiede zu seinen Altersgenossen. Wir lesen täglich mehrere Bücher, wir malen, backen und kochen zusammen.
Mir macht es nichts aus meinen Sohn abzugeben, so lange ich weiß, dass es ihm gut geht. Aber ob diese fremden Frauen mein Kind gut behandeln, weiß ich nicht. Mir gefällt das alles nicht, mein Sohn aber freut sich auf diese blöde Krippe – oder doch nur auf das neue Spielzeug? Ich beobachte einige negative Veränderungen in seinem Verhalten – oder bilde ich mir das ein? Ich weiß es nicht!

Krankheitsbedingt muss L einige Tage zu Hause bleiben. Ich merke richtig, wie er meine Nähe genießt und auch ich bin glücklicher. Nicht so gereizt. Meine Entscheidung steht fest! Mein Kind muss nicht zur Krippe.
Oder muss er doch?

Einige hinterfragen meine Fähigkeit im Wohle meines Kindes zu entscheiden. Das fühlt sich nicht gut an, macht mich aggressiv. Ich musste Kritik einstecken.

Diese Entscheidung fällt mir nicht leicht. Ich spreche viel mit meinem Mann darüber (er steht voll hinter mir), weine viel, will meinem Kind nichts vorenthalten. In meinem Kopf kreisen Fragen wie:
– Wird er in seiner Entwicklung den anderen Kindern hinterher sein?
– Wird seine soziale Kompetenz darunter leiden?
– Wird er mir vielleicht einen Vorwurf machen, dass er nicht in der Krippe war?
STOP! Das ist doch dumm! Welches Kind macht schon der eigenen Mutter einen Vorwurf dafür, dass sie es nicht früh genug zu Fremden gab?

Nein, die Zeit kommt nie wieder zurück.
Mir egal, was andere Menschen über meine Fähigkeiten als Mutter denken. ICH bin die Mutter. ICH habe die Verantwortung. Ich beschütze ihn vor den Fehlern und den Schwächen Anderer, so lange ich kann und arbeite täglich an meinen um ihm eine bessere Mama sein zu können.

Wir haben diesen Platz frei gegeben. Immerhin freut sich eine andere Familie über meine Entscheidung. 😉

Wie habt ihr die Zeit empfunden, in der eure Babys in die Krippe, den Kindergarten oder die Schulen kamen? Was oder wer hat euch geholfen? Ich bin für jeden Kommentar dankbar, denn spätestens im Kindergarten stehe ich vor dem gleichen Problem.

Familienzeit
… In dieser Woche ist es so weit, L kommt in den Kindergarten. Ich bereue Nichts. Er hatte eine gute Zeit zu Hause, hat viel gelernt, wir haben viel erlebt und schöne Erinnerungen geschaffen. Er ist nun ein guter großer Bruder und konnte mit seinem Bruder richtig gut bonden. Und zum ersten Mal habe ich ein gutes Gefühl bei den Fremden, die auf mein Kind aufpassen werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.